Nachruf fur Lynda Baron

Schauspieler, der die Schwester Gladys Emmanuel in „Open All Hours“ und Tante Mabel in der Kinderserie „Come Outside“ spielte
Lynda Baron im Jahr 1985 mit ihren Open All Hours-Co-Stars Ronnie Barker (links) und David Jason. Foto: Daily Mail/Shutterstock
Lynda Baron, die im Alter von 82 Jahren starb, war den Fernsehzuschauern seit Generationen ein Begriff, aber ihre beruhigende Prasenz in Comedy und Kinderkuche strafte die Tatsache Lugen, dass sie tatsachlich ein Multitalent war, das in allen Disziplinen brillierte.
Zwischen 1976 und 1985 spielte Baron die beeindruckende Krankenschwester Gladys Emmanuel in Roy Clarkes beliebter Sitcom Open All Hours und verschmahte konsequent die Heiratsambitionen des geizigen Ladenbesitzers Arkwright (Ronnie Barker), mit dem sie eine komisch zerstrittene Beziehung hatte.
Arkwrights Wunsch nach Gladys, sagt Baron, war eine gesunde Ablehnung der Vorstellung, dass Manner nur schlanke Frauen vergöttern. „Es gibt Millionen toller Damen da draußen, die mit Mannern verheiratet sind, die denken, dass sie wundervoll sind“, sagte sie. Ein paar Jahre nach Barkers Tod leitete der andere Star der Show, David Jason, eine Wiederbelebung – Still Open All Hours (2013-16) – die eine Ruckkehr von Barons geschickter komodiantischer Kreation auslöste.
Wenn Open All Hours sicherstellte, dass sie ein willkommener Fixpunkt für das Familien publikum war, dann bedeutete Barons Rolle als frohliche Tante Mabel in der beliebten und außerst erfolgreichen BBC-Bildungssendung Come Outside (1993-97), dass sie zu einem festen Favoriten bei Kindern wurde. Als Pilotin eines gefleckten Leichtflugzeugs (einer Slingsby T67 Firefly) und begleitet von ihrem Hund Pippin entdeckte Mabel, wie verschiedene alltagliche Dinge zum Wohle eines jungen Publikums funktionierten.
Als Lilian Ridgway in Urmston, Manchester, als Tochter von Cyril, einem Innenarchitekten, und seiner Frau Lilian (geb. Hawthorn) geboren, begann sie im Alter von vier Jahren Ballett zu lernen und besuchte die Flixton Girls' High School und die Royal Academy of Dance. Mit 15 sagte sie: "Mir wurde klar, dass es im Ballett an der Spitze so wenig Platz gibt, und als ich fest entschlossen war, an die Spitze zu kommen, begann ich mit dem Singen." Infolgedessen trat sie im Liverpool Empire als Pantomime auf und lernte das Comic-Timing, indem sie jede Nacht von den Flugeln aus zusah.
Sie sang und tanzte bald am Ende von Pier-Shows und trat mit 17 Jahren in London im Astor Club in Mayfair auf. Ihr Londoner Buhnendebut gab sie 1958 in Dora Bryans Garrick-Theaterrevue Living for Pleasure. Weitere Revuearbeiten folgten, darunter One Over the Eight (1961-62, Shakespeare Memorial Theatre, wechselte zum Duke of York) neben Kenneth Williams (zu den Autoren geharten Harold Pinter, John Mortimer und Peter Cook) und 1965 war sie die regulare Sangerin Talk of the Town und wurde seine am langsten laufende Hauptdarstellerin.
Fur das Fernsehen schrieb Ned Sherrin 1965 die Eroffnungs- und Schlussnummern der satirischen Sketch- und Revuesendung BBC 3 (ausgestrahlt auf BBC One) im Hinblick auf sie, aber trotz der Anwesenheit von Leonard Rossiter und Bill Oddie war die Show nicht so erfolgreich wie Sherrins frühere Triumphe.
Comedy war ein gemeinsames Merkmal von Barons spaterer Fernsehkarriere, neben Bill Maynard in Oh No, It's Selwyn Froggitt (1977), mit Harry H. Corbett in Grundy (1980), in einer wiederkehrenden Rolle in The Upper Hand (1992-93) und in Episoden von Dinnerladies (1998), Goodnight Sweetheart (1999) und Citizen Khan (2016). Daruber hinaus war sie als sie selbst ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und gastierte in vielen Shows, darunter Blankety Blank (1983-87) und Countdown (2008).
Sie hat auch in TV-Dramen mitgewirkt, vom Thriller Breaking Point (1966) uber Doctors (neun Folgen, 2000-14) bis hin zu Gastauftritten in allem von Z-Cars (1971) bis Father Brown (2017). Sie war Teil des Ensembles von Fat Friends (2002-05) und ihre Zeit bei EastEnders – Linda Clarke, Mutter von Jane Beale – dauerte von 2006 bis 2016.
Fur Doctor Who schmetterte sie die Ballade, die die Geschichte in der Serie The Gunfighters von 1966 erzahlte, einem Western-Pastiche mit William Hartnell, und dann in Enlightenment (mit Peter Davison, 1983). Sie kehrte als frohliche Verkauferin Val zuruck und freundete sich mit Matt Smith an, als er 2011 in Closing Time gegen Cybermen kampfte.
Sie wurde 2010 fur ihre meisterhafte Leistung als Violet Carson in dem BBC-Four-Stuck The Road to Coronation Street als beste Nebendarstellerin Bafta nominiert ), Carry On Columbus (1992), Woody Allens Scoop (2006) und Dream Horse (mit Damian Lewis, 2020). Auf der Buhne erwies sie sich in Musicals wie „Little Me“ (Prince of Wales, 1984–85), „Stepping Out“ (Duke of York’s, 1985–86) und „Follies“ (Shaftesbury Theatre, 1987–89), in denen sie eine uberwaltigende Leistung lieferte, als geschickt Auftritt von Who's That Woman als gealterter, aber immer noch glamouroser Hoove, der beweist, dass sie es immer noch hat, mit Leichtfußigkeit, gekonntem Schritt, schimpfendem Elan und frechem Elan.
Auch in Ray Cooneys Funny Money (Playhouse Theatre, 1995) und Rookery Nook (Menier Chocolate Factory, 2009) bewies sie ihre Farce-Kenntnisse und spielte gerne an der Seite von Zoe Wanamaker in Stevie (am Chichester Theatre, 2014, Umzug nach Hampstead) und Orlando Bloom in David Storeys In Celebration at the Duke of York’s (2007). Sie war auch regelmaßig in der Pantomime zu sehen und brillierte als lautstarker Hauptdarsteller, der sich auf die Schenkel klopfte.
Ihre Ehe mit der Friseurin und Musikimpresario Carol London (richtiger Name Cyril Smith) aus dem Jahr 1962 endete mit einer Scheidung. 1966 heiratete sie den Jazzpianisten und musikalischen Leiter John Lee; er starb 2001. Sie werden von ihren beiden Kindern Sarah und Morgan uberlebt.